Die Leine vor und nach 1780

Wie schon erwähnt, lag Wulfelade in unmittelbarer Nähe der Leine. Dies änderte sich, als 1789 der Durchstich der Leine fertiggestellt wurde. Bei Basse näherten sich die Flußläufe der Leine auf etwa 400 Meter, die Leine machte quasi einen “Bogen” an Wulfelade vorbei. 1780 wurde daher beschlossen, den Verlauf der Leine bei Basse abzukürzen indem man einen Durchstich macht. Als der Durchstich 1789 fertig gestellt worden war, so soll es das Schiff eines Bremer Kaufmanns gewesen sein, der das neue Flussbett durchfuhr.

Das durch den Durchstich stillgelegte Flussbett wurde mit Erde ausgefüllt und zu einem Teil in Wiesen verwandelt. Der Hagener Bach fliesst teilweise noch im alten Flussbett der Leine an Wulfelade vorbei und mündet am “Wulfelader Wehr” in die Leine.

Vor dem Durchstich der Leine wurde der Verkehr bei Wulfelade über eine Fähre geleitet, die allerdings nur Personen beförderte. Wollte man mit einem Wagen übersetzen, so musste man die größere Fähre bei Basse nutzen. Eine weitere Fähre gab es zwischen Mandelsloh und Helstorf. Das alte Wulfelader Fährhaus steht auch heute noch, es war ehemals Hof Nr. 25. In diesem Fährhaus befand sich auch eine Gastwirtschaft und neben dem Haus eine Kegelbahn. Wenn man den Moritzgraben in Richtung Marsch befährt, so befindet sich das Fachwerkhaus auf der rechten Seite der Strasse, dort wo es über einen Feldweg nach Basse geht. Diesen Feldweg sollte man allerdings keineswegs mit dem Auto befahren, da die Bewohner des ehemaligen Fährhauses akribisch genau darauf achten, dass der Weg nur land- und forstwirtschaftlich genutzt wird und jeden Verstoss umgehend der Verwaltung melden. Nun aber zurück in die Vergangenheit, die früheren Bewohner dieses Hofes bedienten vor 1789 die Fähre. So wird in einer Urkunde von aus dem Jahre 1786 Ludwig Lammers als Fährmann und Fischer bezeichnet. Die Brücke über den Hagener Bach im alten Leinebett unfern des alten Fährhauses heisst daher auch heute noch “Lammers’ Brücke”.

Fotos folgen in Kürze und bald geht es mit der Geschichte weiter...