Von der Kirche, der Leine und dem 30-jährigen Krieg

Wie schon geschrieben gehörte Wulfelade zunächst zum Kirchspiel Mandelsloh (seit 880). Wulfelade war bis etwa zum 30-jährigen Krieg im Besitz einer eigenen Kapelle, die bei einem sehr starken Sturm einer “Sturmflut” zum Opfer gefallen sein soll. Demnach muss die Kapelle in der Nähe der Leine gestanden haben. In dieser Kapelle wurden Kindstaufen vollzogen und alten Leuten das Abendmahl gereicht. Die reguläre kirchliche Versorgung hatte Wulfelade bis 1543 aber in der Patrochialkirche in Mandelsloh.

Ab 1543 gehört die Wulfelader Kapelle zum 1275 gegründeten Kirchspiel Mariensee mit dem dazugehörigen Nonnenkloster entsteht.

Für das eigentlich primär landwirtschaftlich geprägte Wulfelade war im 15. Jahrhundert aber auch die Fischerei von grosser Bedeutung, da Wulfelade direkt an der damals vermutlich fischreichen Leine lag. So wird in einer Urkunde von 1454 erwähnt, dass sowohl der Probst von Neustadt, wie auch die Jungfrau des Klosters einen Lachsfischer in Wulfelade hatten.

In der Calenbergischen Musterungsrolle von 1585 zur “Ableistung der Land- und Erbhuldigung und darauffolgenden Musterung durch Herzog Julius von Braunschweig und Lüneburg” sind die aufgeführten Personen in Ackerleute, Halbspänner, Kötner und Häuslinge eingeteilt. Für Wulfelade, in dieser Urkunde als “Wulvelage” erwähnt, werden insgesamt 28 wehrfähige Personen im Alter zwischen 26 und 60 Jahren aufgeführt. Die Anzahl der Einwohner erscheint vom heutigen Standpunkt betrachtet sehr gering, wenn man sich aber mal vor Augen führt, dass Hamburg um 1500 zum Beispiel etwa 15.000 Einwohner hatte, Hannover sogar nur etwa 5.000 Einwohner, so war Wulfelade kein ausserordentlich kleines Dorf.

Wulfelade war bis zum 30-jährigen Krieg (1618-1648) unbeschadet von kriegerischen Ereignissen geblieben, 1926 verwüsteten Tillys Truppen, nach dem Sieg über Christian von Dänemark bei Lutter, das gesamte Neustädter Gebiet. Auch wurde die Pest verbreitet und so nahm in vielen Dörfern die Bevölkerung ab, aus einigen Dörfern wurden sogenannte Wüstungen.